aktuelle Wetterinfos & Blog für Norddeutschland (NS & MV)
29.07.2020 Ein Blick in den August
Nachdem sich "wettertechnisch" zumindest im Norden in der letzten Woche nicht allzuviel getan hat, wollen wir mal einen Blick in den Sommermonat August riskieren. Sowohl das europäische ECMWF als auch die Langfristprognose von NOAA zeigen zumindest für die ersten beiden Augustwochen ein ziemlich durchschnittliches Wetter. Sowohl ECMWF als auch GFS sehen für die ersten beiden Augustwochen eine eher unterdurchschnittlichen Temperaturverlauf - wobei es nicht kalt wird! - sondern lediglich eine immer wieder angekündigte "Hitzewelle" nicht sichtbar ist. Dabei wird es, von eingen kleineren Gewitterschauern abgesehen, auch ziemlich trocken. Die letzte Karte (9) zeigt die Temperaturanomalie für den 8. August. Der Westen ist hier normal, der Osten etwas zu warm. Insgesammt halten sich diese Anomalien jedoch im Rahmen und deuten weder auf eine August der ins "Wasser" fällt, noch eine Hitzewelle an.

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20.07.2020 Extremwetterlage ab nächster Woche???
Man will ja nicht unken, aber da diese Wetterlage vor 2 Tagen schon mal berechnet wurde (in enigen Nebenläufen/Clustern), lohnt sich ein Blick auf diese mögliche markante Wetterlage. Demnach könnte sich ab dem 27./28. Juli ein Tief über Tschechien/Polen etablieren und die feuchtwarme Luft weit aus dem Süden anzapfen und in einem weiten Bogen über die Ostsee zu uns transportieren. Da wir auf der Rückseite des Tiefs lägen und diese feuchtwarmen Luftmasse genau über uns auf die kalten Luftmassen Skandinaviens treffen würde, wäre das MenÜ angerichtet. 2-3 Tage Dauerregen, wobei sich das Tief (da es blockiert wird) kaum vom Felck bewegt, würde auf jeden Fall ein erneutes Oderhochwasser mit sich bringen. Momentan werden für das östliche Mecklenburg und vor allem Vorpommern bis zu 150 l/m² in 48 bis 72 Std. berechnet. Aus Erfahrung wissen wir ja, daß es oft anders kommt - aber anders könnte auch noch mehr Regen bedeuten.... Karte 1 zeigt den Gesamtniederschlag in diesen 3 Tagen. Karte 2 zeigt das Tief in 5,5 km Höhe: es liegt fast senkrecht zum Bodentief, weswegen es auch wenig Lust auf Wanderschaft verspürt. Karte 3 + 4 zeigt die Entwicklung des Tiefs in der Bodenwetterkarte. Da der Hauptlauf in Karte 5 (der Grünling) insbesondere beim Niederschlag nicht alleine dasteht, sondern andere Läufe eine ähnliche Quantität zeigen, ist also Obacht geboten - die Nummer werden wir im Auge behalten.

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19.07.2020 Unwetterlage Woldegk/Uckermark
Die Unwetterlage in SO-Mecklenburg/Oderbruch/Uckermark scheint sich so zu entwickeln, wie gestern abend berechnet. Zur Abwechslung mal ein Blick auf die sog. "Auslösetemperatur" (Karte 1). Das ist die Lufttemperatur in 2m Höhe, die erreicht werden muß, um eine sog. konverktive Cumulusbildung auszulösen. I. d. R. wird dazu die Mittags- bzw. Nachmittagstemperatur herangezogen. Zur Beurteilung von sich lokal bildenden Gewitterzellen, ist diese Auslösetemp. nicht ganz unerheblich - und rel. einfach zu beobachten. Je Größer die Differenz zwischen Auslösetemp. und Bodentemp., desto stärker ist die mögliche Cumulusbildung durch lokal aufsteigende Warmluftblasen. Das zeigt Karte 2. Vereinfacht ausgedrückt: je schwüler das Wetter und je größer der positive Wert der Auslösedifferenztemperatur, desto "Bums"...

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19.07.2020 Wetterentwicklung bis Ende Juli
Dazu schauen wir uns mal wieder die 16-Tagetrends für das östliche Mecklenburg an (Karte 1). Und zwar die Luftmassentemperatur in 1500m: rote Line Mittelwert aus 30 Jahren, weiße Linie Mittelwert aller Modelläufe, dicke grüne Linie Hauptlauf. Da die letzten 3-4 Modelläufe alle in die gleiche Richtung wiesen und auch die "Rauchfahne" der Einzelläufe nicht soweit auseinander geht, kann man mal was riskieren und einen Blick Richtung August werfen. Und dann fällt auf: die Mitteltemp. als auch der Hauptlauf berechnen deutlich unterdurchschnittliche Temperaturen. Wir werden also eine weiterhin ausgesprochen wechselhafte Witterung haben, die nicht immer hochsommerlichen Charakter hat, aber auch keine ausgesprochenen Wasserspiele sind. Karte 2 + 3 zeigt die Niederschlagssumme in 16 Tagen bis zum 2. August: je nach Modellauf wird der komplette Norden mal gut und mal sehr reichlich mit Niederschlag bedacht. 40 - 90 l/m² sind je nach Gebiet und Lauf drin, Tendenz eher mehr Nass. Der Vollständigkeit halber auch der 16-Tagetrend für das südliche Niedersachsen/Wolfenbüttel (Karte 4) - da sieht es auch nicht anders aus.
Zusammenfassend kann man also konstatieren: es bleibt alles beim Alten. Ein stabiles Sommerhoch mit einer länger anhaltenden trockenen und sonnigen Phase, ist momentan nicht so wirklich in Sicht.

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Gewitterlage am Sonntag für Vorpommern/Uckermark:

Ab den Mittagstunden wird die Gewitterwahrscheinlichkeit deutlich zunehmen (Karte 1). GFS berechnet eine hochreichende konvektive Bewölkung (Cumulus) bis ca. 10.000m mit einer Temperatur von -52°C. Da steckt also durchaus Musik drin und kann für kräftige Hagelschauer allemal gut sein (Karten 3 + 4). Auf der Niederschlagskarte 2 ist der Gesamtniederschlag bis Mitternacht berechnet: insbesondere der Oderbruch und auch die Uckermark bekämen demnach mal ordentlich was ab. Karte 5 zeigt das Niederschlagspotential (weiße Linie mit Zahlen) und die Vertikalbewegung der Luftmassen in 3000m Höhe. Die potentielle Niederschlagsmenge (Wassermenge in der Wolkensäule) liegt z.T. bei 40 l/m². Je nachdem wie die Wolken sich bewegen/ziehen, kann eben mehr oder weniger auf einen Fleck fallen. Die berechneten Niederschlagssummen liegen allesamt zwischen 5-20 l/m² in den entsprechenden Gebieten (Karte 2) - das Potenzial ist aber bedeutend höher! Karte 6 zeigt das Modelwetter (GFS) gegen Mittag, Karte 7 am Abend. Demnach kann die Gewittertätigkeit sich vom Mittag bis in die Abendstunden erstrecken, mit zwischenzeitlichen Pausen. Der Taupunkt (Karte 8) dürfte ab Mittag auf über 20°C ansteigen, was dann ausgesprochen unangenehm ist. Die Schwüle nimmt dann beträchtliche Ausmaße an.

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18.07.2020 Halbzeitbilanz Sommer 2020
Die Mitteltemperaturen dieses Sommers waren bislang weder zu kalt noch zu warm, die Abweichungen lagen bei max. +/- 0,5°. Auch fiel im Norden ausreichend Niederschlag, die Werte liegen fast überall über dem Soll von 50%, nur in Thüringen mit 39% ist es zu trocken. Die Sonnenstunden lagen überall bei ca. 50%, ohne gravierende Abweichungen. Und alle die meine, es hätte bislang keinen Sommer gegen, widerspricht diese Statistik: die Anzahl der Sommertage lag überall im Schnitt, an den Küsten naturgemäß weniger, nach SO zu immer mehr. Auch die sog. Hitzetage (>=30°C) liegen im normalen Bereich - sie werden in der Zeit von Ende Juli bis Mitte August noch zulegen. Von der Witterung also ein ganz normaler Sommer: weder Hitze- noch Gruselsommer - und ein Dürresommer ist es bislang auch nicht (Karten 1 - 6). Das deutlich zu trockene Frühjahr schlägt allerdings bei der Betrachtung des Sommerhalbjahres (das ist die Zeit zwischen kalendarischem Frühlings- und Herbstanfang) negativ zu Buche (Karte 7). Mit dem Stichtag 15.7. sind 66% also 2/3 des Sommerhalbjahres um. Eine ausgeglichene Niederschlagsbilanz müßte also für diesen Betrachtungszeitraum bei 66% liegen - und davon sind wir in einigen Gebieten monentan doch weit entfernt.
Bezugswerte sind das langj. Mittel von 1961 - 1990, bezogen auf den Betrachtungszeitraum.

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17.07.2020 Zwischenbilanz Juli 2020
Die Mitteltemperatur war bislang zwischen 0,5 und 1,0°C zu kalt, teilweise lag sie sogar noch etwas darunter. Dafür fiel im Norden ausreichend Niederschlag, die Werte liegen fast überall über dem Soll von 50%, oft sogar wurde das Monatssoll (100%) schon fast erreicht. Nur bei den Sonnenstunden liegen wir etwas unterdurchshnittlich, was allerdings zu den Temperaturen und dem Niederschlag paßt. Bislang also ein ziemlich stinknormaler Juli. Die Abweichungen sind medial absolut untauglich: weder Dürre-Juli, noch Horrorkälte oder Sommer-Wasserspiele - alle Abweichungen liegen in der ganz normalen Toleranz. Bezugswerte sind das langj. Mittel von 1961 - 1990, bezogen auf den ganzen Monat.

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16.07.2020 Do. - Gewitterlage im Osten
GFS berechnet die Gewitterwahrscheinlichkeit im Osten (beidseits der Oder) relativ hoch - und dürfte damit auch richtig liegen. Ob es tatsächlich dann zu Gewitterbildung bei uns kommt, ist eine andere Frage. Andere Modelle sind da nicht ganz so offensiv, kratzen aber an der Schwelle. Die Frage ist weniger ob Gewitter, sondern vielmehr wo genau. Nach GFS könnte das auch bis in die Abendstunden gehen (Karte 1 - 4). Karte 5 zeigt die konvektive Wolkenobergrenze nachmittags: sie liegt zwischen 7-8000m, eine typische Gewittersituation. Dazu passend Karte 6 mit der Temperatur an der Wolkenobergrenze: -40°C werden da berechnet. Das reicht allemahl für einen ordentlichen Hagelschauer. Die Niederschlagssumme kann dann eben lokal stark vom Vorhergesagten abweichen. Grund ist ein Höhentief/Kaltlufttropfen welches sein unkalkulierbares "Unwesen" über dem östlichen Mecklenburg/westlichen Polen treibt Karte 7. In 5,5km Höhe haben wir Temperaturen von -20 bis -25°C - und die können heftige Niederschläge und Fallböen auslösen. Hinzu kommt die Konvektion um die Mittagszeit, was das ganze dann noch anheizen kann. Es empfiehlt sich also des Öfteren ein Blick zum Himmel.
Karte 8 zeigt die vertikalbewegung der Luftmassen in 3000m Höhe, sowie (weiße Linien mit Zahlen) die potentielle Niederschlagsmenge in l/m², die runter kommen könnte, bis die konvektive Bewölkung "leer" isT.

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13.07.2020 Mi./Do. - Sommerregen
Die Wetterlage: Ein atlantischer Tiefausläufer überquert Norddeutschland. Im Westen beginnt es allerdings schon am Dienstag im laufe des nachmittags zu regnen, im westlichen Mecklenburg gegen abend. Im östlichen Mecklenburg erst in der Nacht zu Mittwoch.. Dort regnet es zunächst teils schauerartig verstärkt. Im Tagesverlauf kann sich wieder etwas Cape aufbauen und der Regen tendiert stärker in Richtung Konvektion - es wird also mehr Schauer als Landregen geben. Es sind dann auch einzelne Gewitter mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel, sowie stürmischen Böen nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Donnerstag zieht der Kaltlufttropfen über Nordostdeutschland zur Oder und sorgt dort für Schauer und anfangs auch für vereinzelte Gewitter. Gesamtniederschlag bis Freitag früh (Karten 1 - 3): je nach Modellrechnung 10-30mm, lokal kann es auch etwas mehr werden. Karten 4 & 5: Gewitterwahrscheinlichkeit ab Mittwoch: zum abend hin zunehmend. Auch wenn der Kern immer noch östlich der Oder berechnet wird, ist darauf kein absoluter Verlaß - lokale Gewittergeschehen entwickeln sich ziemlich chaotisch und schwer vorhersagbar. Karte 6: Modellwetter für Mittwochnachmittag.

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13.07.2020 Hochsommervertagung....
Die Wetterlage: wie gehabt, ein schwacher Azorenhochkeil heute und evtl. noch morgen beschert uns rel. freundliches und mäßig warmes Wetter. Ab Dienstag greift dann wieder einmal ein Tief vom Atlantik in unser Wettergeschehen ein - und zwar nachhaltig. Die nächsten 2-3 Tage ist dann die "Regentrude" wieder aktiv, Gewitter vor allem im Osten nicht ausgeschlossen. Karte 1 = Wetterlage heute mittag, Karte 2 für morgen abend. Karte 3 + 4 = Niederschlagssummen bis einschl. Freitag abend. GFS (1) rechnet die Gesamtsumme etwas konservativer, während hingegen ICON (2) doch ganz erhebliches Nass vom Himmel fallen läßt. Überwiegend kommt der Niederschlag als "Landregen" runter - allerdings könnte bei lokalen Gewittern (vor allem Richtung Osten) noch mal was "obendrauf" kommen. Karte 5 + 6 zeigt die Gewitterwahrscheinlichkeit am Mittwoch und Donnerstag: Mittwoch im Osten Mecklenburs geringer ausgeprägt als am Donnerstag, wobei man beachten sollte daß das Gewitterzentrum am Mittwoch nur knapp östlich der Oder liegt. Verschiebungen sind jederzeit noch möglich, ja sogar wahrscheinlich. Karte 7 = Modellwetteranalyse für Do.-Mittag. Genauers dann zur gegebenen Zeit....

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12.07.2020 Hitzewelle? - war da was...
Wie gestern schon mal vorgemerkt, hatten einige Modelle in ihren Läufen ab nächster Woche eine 1. kleine Hitzewelle im Programm - wobei das wohl auf den Norden mit der Hitze unter 30°C bleiben sollte. Wie unsicher monentan solche Prognosen sind, zeige ich mal exemplarisch an 2 aufeinanderfolgen Modelläufen (06 Uhr und 12 Uhr). Dazu nimmt man die Luftmassentemperatur in 1500m Höhe, da diese für die Temperatur am Boden maßgeblich ist und nicht so großen Tag- Nachtschwankungen unterliegt. Für die 2m-Bodentemp. kann man 12 bis 15° hinzurechnen (pro 100m ca. 1°). Den sog. Hauptlauf habe ich mal extra grün hervorgehoben. Im 06 Uhr-Lauf sieht man ab dem 19.07. wie die Temperaturen deutlich über das langj. Mittel (rote Linie) hinausschießen. Im 12 Uhr-Lauf passiert das genaue Gegenteil: es geht deutlich runter, z.T. unter die 20°-Marke (Bodentemperatur). Die Krux: genau dieser Grünling ist auf den allermeisten Wetterapps drauf. Schaut man sich allerdings mal den Mittelwert aller Modellläufe an (weiße Linie), so sind beide Läufe ganz eng beieinander. Nähmen wir das sog. gemittelte Wetter, so würden wir es auch weiterhin mit einer leicht unterdurchschnittlichen Temperatur und weiterhin mit zahlreichen Schauern und auch Landregen zu tun bekommen. Es bliebe also auch weiterhin bei einem steuerndem Azorenhoch, das div. atlantische Tiefs zu uns dirigiert, dazwischen immer mal wieder ein kleiner Ableger des Azorenhoch/Hochkeil mit 1-2 Tagen leicht sommerlicher Attitüde.

Hitzewelle - was ist das überhaupt? So genau weiß das keiner. Es gibt zumindest keine verbindliche Definition. Der DWD schreibt dazu: "Bei der Erstellung der „Klimakarten der Hitzewellen“ im Deutschen Wetterdienst kommt folgende Hitzewelle-Definition zum Einsatz: Individuell für jeden Rasterpunkt wird aus den täglichen Temperaturmaxima der Referenzperiode (1961-1990) ein Schwellenwert für jeden Tag - entsprechend dem 98-Perzentil - berechnet. Um die Datenbasis von 30 Werten (1961-1990) zu vergrößern, werden auch die 15 Tage vor und nach dem Termin verwendet, was die Datenbasis auf 930 Werte erhöht und auch zu einer Glättung führt. Liegen die aktuellen Rasterwerte des Temperaturmaximums an 3 aufeinanderfolgenden Tagen oder mehr über diesem Klima-Schwellwert und über 28 °C so liegt für das markierte Gebiet und die Periode eine Hitzewelle vor." Mit anderen Worten: man errechnet für jeden Ort aufgrund des langj. Mittels einen Durchschnittswert des Tagesmaximalwertes - und zwar auch 2 Wochen vor dem Termin und zwei Wochen danach. Wird dieser Schwellwert 1.) erreicht bzw. überschritten sowie 2.) gleichzeitig die 28°-Marke gerissen und 3.) das dann auf mindestens 3 Tagen in Folge -> erst dann haben wir es mit einer Hitzewelle zu tun. Das gilt allerding nur für Deutschland - in Italien würde diese Rechnung keinen Sinn machen, die kämen aus der Hitzewelle gar nicht mehr raus. Als Faustregel kann man sagen: es muß mindestens an 3 aufeinander folgenden Tagen die 30°-Marke geknackt werden, um von einer Hitzewelle zu sprechen. Für den Norden mag das ja noch halbwegs plausibel erscheinen, für Süddeutschland kämen da schon eher 5 Tage in Betracht.

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11.07.2020 Kühl und trocken -> dann wieder nass und auch nicht wärmer...
...so könnte man die momentanen Aussicht für den Norden kurz beschreiben. Die Wetterlage: unser allseits bekanntes Azorenhoch macht seinem Namen diesen Sommer alle Ehre: es steuert die Atlantiktiefs in schönster Regelmäßigkeit zu uns. Und von diesen Tiefs gibt es reichlich - wie auf der Perlenkette aufgereiht liegen sie bereit. Trotzdem sind auch freundlichere Tage dabei, wenn sich mal kurzzeitig ein schwacher Azorenhochkeil bildet. Die Betonung liegt allerdings auf "kurzzeitig". Insofern bleibt uns erst mal die wechselhafte Witterung für die ganze nächste Woche erhalten.
Am Samstag allgemeine Wetterberuhigung, einzelne Schauer Richtung Küsten (und das nahe Hinterland) sind immer noch mal dabei. Große Regenmengen kommen allerdings nicht zusammen. Der Sonntag und Montag gestalten sich recht freundlich, teils mit sonnigen Abschnitten, dann mal wieder mit dichteren Wolkenfeldern -> vormittags ist es durchweg am sonnigsten. Doch schon am Dienstag verliert der schwache Hochkeil seine Kraft und zieht sich zurück und das steuernde Azorenhoch übernimmt wieder die Regie: Atlantiktiefs kommen von NW herrein und bringen Regen und Wind. Die Wassertemperaturen dürften an Nord- und Ostsee z.T. höher liegen wie die Lufttemperaturen. Ab Mittwoch ist dann die Regentrude wieder in ihrem Element. Karte 1-5 Wetterentwicklung bis Mittwoch, Karte 6 Niederschlagskarte von Mittwochmittag, Karte 7 Gesamtniederschlag bis Mittwochabend.
Ob sich ab nächstem Wochenende eine eher sommerlich Witterung durchsetzt (es gibt da so vage Berechnungen), oder ob es weiterhin bei diesem Schaukelsommer bleibt, gleicht allerdings immer noch einem Blick in die Glaskugel.

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09.07.2020 Nach dem Regen ist vor dem Regen ...
...so ähnlich sagte es schon der große Fußball-Meteorologe Sepp Herberger vor rund 60/70 Jahren.
Am Freitag erwartet uns ein ähnliches Wetter wie am Donnerstag, nur mit etwas mehr Beiwerk: kräftiger Wind, Böen, Schauerböen und auch Gewitter sind nicht ausgeschlossen. Dabei wird es dann zunehmend unagenehm schwül, was man am Taupunkt erkennen kann (Karte 1). Ab einem TP >= 15°c wird die Luft als zunehmend schwül empfunden. Die Niederschlagsmengen werden von den Modellen recht unterschiedlich berechnet. In solch einem Fall hilft es immer, die Karten zu Rate zu ziehen. Dann wird schnell klar, daß es gar nicht so große Abweichungen gibt, wenn man den Vergleich der exakten Lokalitäten räumlich nicht allzu eng sieht. Denn gewittrige Schauer lassen sich nun mal nicht punktgenau vorhersagen (Karten 2 - 4). Das ist auch immer das große Manko bei den allermeisten Wetterapps: sie sehen immer nur den eingegebenen Ort und geben den dafür berechneten Wert wieder. Auf der Karte 5 ist die Konvektivbewölkung mittags um 14°° Uhr dargestellt. Je dunkler desto mehr gewitter- und schauerträchtige Bewölkung bildet sich. Der Osten liegt hier vorne. Dazu passend Karte 6 mit der berechneten Gewitterwahrscheinlichkeit. Vorpommern liegt hiernach momentan im Grenzbereich - was sich aber auch ganz schnell ändern kann.

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07.07.2020 16-Tagetrend ECMWF vs. GFS
Der Witterungstrend des europäischen ECMWF zeigt für diese Woche, ebenso wie das amerikanische GFS, eine deutlch zu kühle Wetterperiode (Karte 1 & 5). Die kommende Woche ist laut ECMWF temperaturmäßig im Nordosten leicht unterduchschnittlich, im Nordwesten eher durchschnittlich. Auch hier liegt das GFS ähnlich (Karte 2 & 5). Beim Niederschlag ein ähnliches Bild: beide Modelle zeigen für den Norden in dieser Woche eine eher wechselhafte Witterung mit normalen bis leicht überdurchschnittlichen Niederschlägen (Karten 3 & 5). Die nächste Woche wird dann zwar trockener, aber eben nicht niederschlagsfrei (Karten 4 & 5). Da beide großen Modelle unterm Strich große Ähnlichkeiten aufweisen, kann man also von einer überdurchschnittlichen Trefferquote ausgehen: diese Woche noch kühl und regnerisch, in der nächsten Woche wird dann der Regen deutlich wärmer... und es wir allgemein etwas freundlicher mit mehr sonnigen und trockenen Abschnitten. Eine sommerliche Hitzewelle ist, zumindest für die Nordhälfte, bei beiden Modellen bis auf Weiteres nicht in Sicht.

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06.07.2020 Herbst im Juli & Julitrend
Die Wetterlage: nach wie vor haben wir das Azorenhoch, da wo es auch hingehört -> bei den Azoren, oder über der iberischen Halbinsel. Dort sind möglicherweise auch die alten Temperaturrekorde in Gefahr - die 40°C sind praktisch fest gebucht (-> Karte 5). Karte 6 zeigt die momentanen Temperaturanomalien: bei uns ca. 6-8° zu kalt, in Spanien 8-10° zu warm.
Zurück zu unserem Herbstsommer: mal bildet sich ein schwacher Hochkeil Richtung Mitteleuropa aus und beschert uns einen schwachen sommerlichen Anflug, dann zieht er sich wieder zurück und die atlantischen Tiefausfäufer bestimmen wieder unser Wetter. Kurz, es bleibt momentan mitten im Juli bei der herbstlichen Stimmung, zumindest für den Norden. Mitte der Woche gehen die Tiefsttemperaturen morgens sogar in den einstelligen Bereich - und erreichen am Tage nur mit Mühe die 15°-Marke (Karte 1). Der Wind ist weiterhin ein Thema, er kommt die ganzen nächsten Tage recht sportlich daher (Karte 2). Karte 3 zeigt mal die Entwicklung des Taupunktes. Ab einem TP >15°C wird die Witterung als zunehmend schwül empfunden. Bis auf den Freitag sind wir also von schülwarmen Sommerwetter meilenweit entfernt. Am Freitag dreht der Wind auf Süd und bringt einen Schwall Warmluft in unsere Gefilde, dann sind nachmittags lokale Sommergewitter nicht ausgeschlossen. Die Niederschlagssimulation zeigt für die nächsten 2 Wochen ausreichend Nass von oben (Karte 4), was für die Gartenfreunde und Landwirtschaft hingegen fehlt, ist die Wärme. Diese kommt, nach jetzigen Berechnungen, erst in der nächsten Woche zu uns, aber auch dann nur recht moderat.

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03.07.2020 Langfristprognose Juli: ECMWF vs. NOOA
über die sog. Langfristprognosen kann man ja geteilter Meinung sein. Die einen sagen Unsinn, die anderen versuchen daraus etwas heraus zu lesen. Was hat es mit solchen Langfristprognosen überhaupt auf sich? Grundsätzlich: es sind keine Wettervorhersagen, sondern lediglich Prognosen über die gemittelte Witterung. D.h. es wird für die beiden Hauptparameter Temperatur und Niederschlag ein Monatsmittelwert berechnet und diese mit dem langj. Mittel verglichen. Heraus kommt eine Karte mit sog. Anomalien, also eine Aussage darüber, ob es eher wärmer oder eher kälter, nasser oder trockener wird, als im Vergleichszeitraum des langj. Mittels. Aber selbst diese Reduktion der Vorhersage, geht oft schlichtweg in die "Hose". Trotzdem haben diese Berechnungen ihren Sinn. Denn die anschließenden Analysen, was warum anders gekommen ist, tragen langfristig zur Verbesserung dieser Vorhersageart bei.
Das europäische ECMWF sieht den Juli bei uns eher durchschnittlich, mit rel. geringen Abweichungen vom langj. Mittel. Das gilt sowohl für die Temperaturen als auch für den Niederschlag. Der äußerste Norden ist sogar etwas zu kalt, der Rest absolut durchschnittlich. Beim Regen sieht es ähnlich aus: der Norden normal bis leicht zu naß, die Mitte eher etwas zu trocken und der Süden zu naß. - Also von einem Hitze- oder Dürresommer keine Spur. (Karte 1 & 2)
Ganz anders das amerikanische NOOA-Modell: ganz D zu warm und extrem trocken -> schon fast Wüstencharakter. Also ein Dürremonat, schlimmer wie wir ihn die letzten beiden Jahre hatten (Karte 3 & 4). Vor 10 Tage hatte auch NOOA den Juli noch viel entspannter gerechnet. Sämtliche medialen Horrormeldungen lassen sich so wunderbar einordnen: sie wissen es auch alle nicht!!!!
Schaut man sich allerdings mal die 16-Tagetrends von GFS, GEM und auch ECMWF an, so liegen diese 3 Modelle allesamt nicht soweit auseinander: bislang wird seit Tagen bei allen drei Modellen eine eher kühl/wechselhafte und mal eine warm/gewittrige Wetterphase berechnet. Vergleicht man das jetzt mit den beiden Langfristprognosen, so scheint sich die Waage doch eher zum Wechselhaften, mit Schauern und Gewittern durchsetzter Wetterphase zu neigen. Zumindest erscheint jetzt ein Dürre-Juli, von dieser Extremität wie von NOOA berechnet, sehr unwahrscheinlich.

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01.07.2020 Rückblick: ein ganz normaler Juni
Bezogen auf das langj. Mittel von 1961-1990 war der Juni 2020 in Norddeutschland ca. 2,0° C zu warm, mit 90-110 % des normalen Niederschlags auch im grünen Bereich - und die Sonnenstunden lagen ganz ähnlich. Also ein ganz normaler Juni, wenn man von der Mitteltemperatur mal absieht. Dabei gibt es allerdings regionale Unterschiede: so war es im östlichen Vorpommern wieder mal zu trocken, während andere Regionen deutlich zu nass waren. Im sog. Flächenmittel war es jedoch ausgeglichen, Mecklenburg kommt da auf 103 %, Niedersachsen auf 89 %. Die Abweichung der Mitteltemperatur fiel dagegen fast überall ziemlich gleich aus.
Nimmt man allerdings das ab nächsten Jahr geltende Klimamittel von 1991-2020, so wäre dieser Monat in einigen Regionen schon fast zu kalt gewesen. Wie man der Bevölkerung, die sich mit solchen "Feinheiten" eher selten beschäftigt, zukünftig den Klimawandel und eine Erwärmung vermitteln will, wenn man vorrechnet, daß das Jahr zwar im langj. Mittel 0,5° zu kalt, aber im Grunde dennoch zu warm war, ist mir schleierhaft.

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Markierungen
1= Raum Verden/Aller
2= Lüneburger Heide
3= SO-Mecklenburg
H= Hochdruck
T=Tiefdruck
globale Vorhersagemodelle:
GFS (USA); GEM (Canada); ECMWF (EU); ICON (DWD); ARPEGE (Meteo France);
lokale Vorhersagemodelle:
COSMO (DWD-lokal); AROME (EU); WRF und HIRLAM (freie lokale/regionale Vorhersageprogramme)
GFS-Ensemble 850hPa (1500m):
rote Linie = Temperatur des langj. Mittel
weiße Linie = Mitteltemperatur aller Modelläufe
grüne Linie = Hauptlauf
  Wetterblog aktuell     Pressebericht Nordkurier  
Kartenmaterial: www.wetter3.de | www.wetterzentrale.de | www.mtwetter.de
Matthias Krücke, www.woldegk-wetter.de
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