aktuelle Wetterinfos & Blog für Norddeutschland (NS & MV)
14.05.2020 - Frühjahrestrockenheit - Zwischenbilanz und Ausblick
Das Frühjar 2020 war bislang im Norden flächendeckend deutlich zu trocken. Mit ca. 45% des normalen Niederschlags sind nur ca. 60 l/m² gefallen. Normal wären bis zum jetzigen Zeitpunkt ca. 110 l/m² gewesen (Karte 1). Ob der Restmai an dieser Situation noch etwas grundlegendes ändern kann, ist kaum zu erwarten. Die Witterung in der 2. Maihälfte scheint sich nach den jetzigen Modellrechnungen zwar durchaus wechselhaft und eher kühl zu gestalten, mit nennenswerten Niederschlägen ist indess nicht zu rechnen. Bis zum Ende des Vorhersagezeitraumes (29/30. Mai), werden in fast allen Modell-Läufen zwischen 15 und 30 l/m² gerechnet (Karte 2). Das würde im besten Falle der normalen Niederschlagssumme der 2. Maihälfte entsprechen. Wenn der Mai somit auch kein ausgesprochener Dürremonat würde, er bliebe aber trotzdem mit dann ca. 60-70% des normalen Niederschlags deutlich zu trocken. Einziger Trost: durch die eher kühlen Temperaturen und der geringeren Sonnenscheinstunden, sinkt die Evapotranspiration (Verdunstung) ebenfalls unter das normale Niveau. Wie unsicher die Prognosen momentan allerdings sind, zeigt die Karte 3. Hier als Beispiel für SO-Mecklenburg: ab dem 19.5. gehen die einzelnen Modellberechnungen weit auseinander, sodaß man eigentlich nicht von einem signifikanten Trend sprechen kann.

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11.05.2020 - Prognose 2. Maidekade (11. bis 20. Mai)
Die nächsten 10 Tage werden aller Voraussicht ausgesprochen kühl - anfangs sogar unterkühlt. Hier schlagen die Eisheiligen pünktlich zu. Die Temperaturen kommen nur sehr langsam wieder aus dem "Knick" - frühsommerliche Gefühle sind vorerst auf "Eis" gelegt. Die kommende Woche wird mit Schauern, Gewittern und einem Temperatursturz von ca. 15°C eingeleitet. Es wird dann sehr wechselhaft mit zahlreichen Schauern und Tageshöchstwerten die zwischen 10 und max. 15°C liegen. Daran wird sich voraussichtlich auch bis zum 20. Mai wenig ändern, außer, daß die Temperaturen langsam steigen. Die großen Regenmengen werden nicht fallen - dafür immer wieder kleinere Schauer mit 1-5mm. Der Osten Mecklenburgs kommt dabei allerdings etwas besser weg als die Lüneburger Heide. Insofern dürfte zumindest für Ostmecklenburg ein weiterer "Dürremonat" vorerst vom Tisch sein, selbst wenn das Maisoll knapp verfehlt werden sollte. An der Gesamtsituation des viel zu trocknen Frühjahres ändert sich deshalb allerdings nichts.
Ein Blick auf die 16-Tage Ensembles zeigt eine deutlich zu kalte Witterung als der Durchschnitt der letzten 30 Jahre, allerdings mit langsam ansteigender Tendenz. Das gilt sowohl für den sog. grünen Hauplauf als auch für die gemittelte weiße Temperaturkurve. Alle 3 Regionen zeigen nach hinten raus deutlichere Niederschlagssignale.
Ein spekulativer Blick zur möglichen Wetterlage am Ende des Vorhersagezeitraumes vom 26.05. ( Karte 4) zeigt, ein ausgeprägtes Tiefdrucksystem über Island und ein kräftiges Azorenhoch. Also eine durchaus klassische Westwetterlage, die feuchtwarme Luftmassen aus dem Süden heranführt. Deutschland liegt im Einzugsbereich des Islandtief/Tiefausläufern mit seiner Kaltfront, was zu ergiebigen Regen und Gewittern führen dürfte. Sofern diese Großwetterlage sich etablieren sollte, ist weiterhin mit sehr wechselhaften Wetter zu rechnen - nur auf einem deutlich höheren Temperaturniveau als momentan.
Südost-Mecklenburg: Karte 1 - Ensemble GFS, Karte 5 - Gesamtniederschlag bis 26.05.
Lüneburger Heide: Karte 2 - Ensemble GFS, Karte 5 - Gesamtniederschlag bis 26.05.
Raum Verden/Aller: Karte 3 - Ensemble GFS, Karte 5 - Gesamtniederschlag bis 26.05.

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08.05.2020 - Gesamtniederschlag bis 11.05. im Modellvergleich
Am Sonntag den 10.05. - spätestens zum Montag den 11.05. kommt der schon erwartete Kälteeinbruch aus Nord. Dabei schauen wir uns diesmal die zu erwartenden Niederschläge der einzelnen Vorhersagemodelle an. GFS und ARPEGE liegen da vorne, während GEM als auch ICON die eher trockene Variante bevorzugen (Karten 1-4). Grundsätzlich ähneln sich alle vier Modelle, ICON und GEM verlagern die Niederschlagsgrenze lediglich ca. 100km weiter nach Süden. Damit wird auch verständlich, daß man zum jetzigen Zeitpunkt kaum etwas zum Wettergeschehen am 11.05. bezüglich des Niederschlags sagen kann. Es bleibt also weiterhin ungewiss, ob es nasskalt oder nur kalt wird. Nur eines läßt sich sagen: je weiter südlich, desto größer die Regenwahrscheinlichkeit. Karte 5: Wetterlage zum 11.05.

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06.05.2020 - Eisheilige nass und kalt?
Die wichtigsten Modelle liegen in ihrer Prognose allesamt dicht beieinander: sowohl GFS als auch ECMWF und GEM simulieren pünktlich zu Beginn der Eisheiligen (11.05. - 15-05.) einen markanten Kälteeinbruch. Nachts ist verbreitet mit leichtem bis mäßigem Frost zu rechnen (Karte 3). Die Wetterlage (Karte 1&2) zeigen dieses deutlich: einen skandinavischen Kaltluftsack, der weit in den Norden reicht. Die Temperaturabweichungen vom langj. Mittel liegen sowohl bei GFS als auch beim ECMWF Modell im zweistelligen negativen Bereich, d.h. es wird z.T. 8-10°C kälter als für diese Jahreszeit üblich (Karte 4&5). Bei längeren nächtlichen Aufklarungen ist mit Bodenfrost deutlich unter -5°C zu rechnen. Die Niederschlagssituation ist noch rel. unsicher. Ab 11.05. werden die Eisheiligen wahrscheinlich durch z.T. kräftige Regenschauer begleitet, die evtl. sogar mit Schnee und Graupel vermischt sein könnten.
Südost-Mecklenburg: Temperaturen z.T. deutlich im Frostbereich (bis -2°C), Bodenfrost bei Aufklarungen deutlich darunter, verbunden mit kräftigen Schauern, teils mit Graupel und Schnee vermischt - insbesondere am Montag, den 11. Mai.
Lüneburger Heide: Tieftwerte um 0°, Bodenfrost, leichte Schauertätigkeit.
Raum Verden/Aller: Tieftwerte um 0°, Bodenfrost, z.T. kräftige Schauertätigkeit.

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03.05.2020 - Wonnemonat Mai vs Eisheilige
Nachdem zumindest vorerst die Trockenperiode vom April beendet ist, stellt sich die Frage, wie es im Mai so weitergeht. Bis zum Ende der 2. Maidekade wird es eher kühl - ob auch nass, ist noch nicht ganz sicher. Zumindest scheint es so, als ob die Eisheiligen (11.-15. Mai) dieses Jahr ihrem Ruf alle Ehre machen könnten. Die kommende Woche wird überwiegend freundlich, leicht wechselhaft zumindest was die Bewölkung anbelangt. Allerdings alles andere als maiwarm: die Tageshöchstwerte pendeln so um die 15-18°C, Nachts um die 5°C. Zum kommenden Wochenende stellt sich die Großwetterlage nach den jetzigen Modelberechnungen auf Nord um. Ein ausgeprägtes Hoch über den britischen Inseln und ein Tief über Finnland würde dann skandinavische Kaltluft zu uns führen (Karte 3). D. h., es wird nochmals spürbar kühler, z,T. mit leichten Nachtfrösten - Bodenfrost ist verbreitet ziemlich sicher. Unklar ist momentan noch, wie weit die skandinavische Kaltluft nach Süden voran kommt. Die Temperaturabeichungen vom langj. Mittel für den 11.05. (Karte 1) liegen bei 6-8°C zu kalt. Die Tiefstwerte würden morgens um die 0°C oder darunter liegen (Karte 2). Ob es mit Beginn der Eisheiligen wechselhaft mit Schauern, oder eher trocken-kalt wird, ist noch ungewiss. Die letzten Modelläufe tendieren zu einer regenreicheren, mit zahlreichen Schauern verbundenen Maiperiode (Karten 4-6). Danach könnte sogar das Aprildefizit teilweise ausgeglichen werden.

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Markierungen
1= Raum Verden/Aller
2= Lüneburger Heide
3= SO-Mecklenburg
4= Wolfenbüttel
H= Hochdruck
T=Tiefdruck
globale Vorhersagemodelle:
GFS (USA); GEM (Canada); ECMWF (EU); ICON (DWD); ARPEGE (Meteo France);
lokale Vorhersagemodelle:
COSMO (DWD-lokal); AROME (EU); WRF und HIRLAM (freie lokale/regionale Vorhersageprogramme)
GFS-Ensemble 850hPa (1500m):
rote Linie = Temperatur des langj. Mittel
weiße Linie = Mitteltemperatur aller Modelläufe
grüne Linie = Hauptlauf
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Matthias Krücke, www.woldegk-wetter.de
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