aktuelle Wetterinfos & Blog für Norddeutschland (NS & MV)
11.07.2020 Kühl und trocken -> dann wieder nass und auch nicht wärmer...
...so könnte man die momentanen Aussicht für den Norden kurz beschreiben. Die Wetterlage: unser allseits bekanntes Azorenhoch macht seinem Namen diesen Sommer alle Ehre: es steuert die Atlantiktiefs in schönster Regelmäßigkeit zu uns. Und von diesen Tiefs gibt es reichlich - wie auf der Perlenkette aufgereiht liegen sie bereit. Trotzdem sind auch freundlichere Tage dabei, wenn sich mal kurzzeitig ein schwacher Azorenhochkeil bildet. Die Betonung liegt allerdings auf "kurzzeitig". Insofern bleibt uns erst mal die wechselhafte Witterung für die ganze nächste Woche erhalten.
Am Samstag allgemeine Wetterberuhigung, einzelne Schauer Richtung Küsten (und das nahe Hinterland) sind immer noch mal dabei. Große Regenmengen kommen allerdings nicht zusammen. Der Sonntag und Montag gestalten sich recht freundlich, teils mit sonnigen Abschnitten, dann mal wieder mit dichteren Wolkenfeldern -> vormittags ist es durchweg am sonnigsten. Doch schon am Dienstag verliert der schwache Hochkeil seine Kraft und zieht sich zurück und das steuernde Azorenhoch übernimmt wieder die Regie: Atlantiktiefs kommen von NW herrein und bringen Regen und Wind. Die Wassertemperaturen dürften an Nord- und Ostsee z.T. höher liegen wie die Lufttemperaturen. Ab Mittwoch ist dann die Regentrude wieder in ihrem Element. Karte 1-5 Wetterentwicklung bis Mittwoch, Karte 6 Niederschlagskarte von Mittwochmittag, Karte 7 Gesamtniederschlag bis Mittwochabend.
Ob sich ab nächstem Wochenende eine eher sommerlich Witterung durchsetzt (es gibt da so vage Berechnungen), oder ob es weiterhin bei diesem Schaukelsommer bleibt, gleicht allerdings immer noch einem Blick in die Glaskugel.

für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken

09.07.2020 Nach dem Regen ist vor dem Regen ...
...so ähnlich sagte es schon der große Fußball-Meteorologe Sepp Herberger vor rund 60/70 Jahren.
Am Freitag erwartet uns ein ähnliches Wetter wie am Donnerstag, nur mit etwas mehr Beiwerk: kräftiger Wind, Böen, Schauerböen und auch Gewitter sind nicht ausgeschlossen. Dabei wird es dann zunehmend unagenehm schwül, was man am Taupunkt erkennen kann (Karte 1). Ab einem TP >= 15°c wird die Luft als zunehmend schwül empfunden. Die Niederschlagsmengen werden von den Modellen recht unterschiedlich berechnet. In solch einem Fall hilft es immer, die Karten zu Rate zu ziehen. Dann wird schnell klar, daß es gar nicht so große Abweichungen gibt, wenn man den Vergleich der exakten Lokalitäten räumlich nicht allzu eng sieht. Denn gewittrige Schauer lassen sich nun mal nicht punktgenau vorhersagen (Karten 2 - 4). Das ist auch immer das große Manko bei den allermeisten Wetterapps: sie sehen immer nur den eingegebenen Ort und geben den dafür berechneten Wert wieder. Auf der Karte 5 ist die Konvektivbewölkung mittags um 14°° Uhr dargestellt. Je dunkler desto mehr gewitter- und schauerträchtige Bewölkung bildet sich. Der Osten liegt hier vorne. Dazu passend Karte 6 mit der berechneten Gewitterwahrscheinlichkeit. Vorpommern liegt hiernach momentan im Grenzbereich - was sich aber auch ganz schnell ändern kann.

für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken

07.07.2020 16-Tagetrend ECMWF vs. GFS
Der Witterungstrend des europäischen ECMWF zeigt für diese Woche, ebenso wie das amerikanische GFS, eine deutlch zu kühle Wetterperiode (Karte 1 & 5). Die kommende Woche ist laut ECMWF temperaturmäßig im Nordosten leicht unterduchschnittlich, im Nordwesten eher durchschnittlich. Auch hier liegt das GFS ähnlich (Karte 2 & 5). Beim Niederschlag ein ähnliches Bild: beide Modelle zeigen für den Norden in dieser Woche eine eher wechselhafte Witterung mit normalen bis leicht überdurchschnittlichen Niederschlägen (Karten 3 & 5). Die nächste Woche wird dann zwar trockener, aber eben nicht niederschlagsfrei (Karten 4 & 5). Da beide großen Modelle unterm Strich große Ähnlichkeiten aufweisen, kann man also von einer überdurchschnittlichen Trefferquote ausgehen: diese Woche noch kühl und regnerisch, in der nächsten Woche wird dann der Regen deutlich wärmer... und es wir allgemein etwas freundlicher mit mehr sonnigen und trockenen Abschnitten. Eine sommerliche Hitzewelle ist, zumindest für die Nordhälfte, bei beiden Modellen bis auf Weiteres nicht in Sicht.

für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken

06.07.2020 Herbst im Juli & Julitrend
Die Wetterlage: nach wie vor haben wir das Azorenhoch, da wo es auch hingehört -> bei den Azoren, oder über der iberischen Halbinsel. Dort sind möglicherweise auch die alten Temperaturrekorde in Gefahr - die 40°C sind praktisch fest gebucht (-> Karte 5). Karte 6 zeigt die momentanen Temperaturanomalien: bei uns ca. 6-8° zu kalt, in Spanien 8-10° zu warm.
Zurück zu unserem Herbstsommer: mal bildet sich ein schwacher Hochkeil Richtung Mitteleuropa aus und beschert uns einen schwachen sommerlichen Anflug, dann zieht er sich wieder zurück und die atlantischen Tiefausfäufer bestimmen wieder unser Wetter. Kurz, es bleibt momentan mitten im Juli bei der herbstlichen Stimmung, zumindest für den Norden. Mitte der Woche gehen die Tiefsttemperaturen morgens sogar in den einstelligen Bereich - und erreichen am Tage nur mit Mühe die 15°-Marke (Karte 1). Der Wind ist weiterhin ein Thema, er kommt die ganzen nächsten Tage recht sportlich daher (Karte 2). Karte 3 zeigt mal die Entwicklung des Taupunktes. Ab einem TP >15°C wird die Witterung als zunehmend schwül empfunden. Bis auf den Freitag sind wir also von schülwarmen Sommerwetter meilenweit entfernt. Am Freitag dreht der Wind auf Süd und bringt einen Schwall Warmluft in unsere Gefilde, dann sind nachmittags lokale Sommergewitter nicht ausgeschlossen. Die Niederschlagssimulation zeigt für die nächsten 2 Wochen ausreichend Nass von oben (Karte 4), was für die Gartenfreunde und Landwirtschaft hingegen fehlt, ist die Wärme. Diese kommt, nach jetzigen Berechnungen, erst in der nächsten Woche zu uns, aber auch dann nur recht moderat.

für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken

03.07.2020 Langfristprognose Juli: ECMWF vs. NOOA
über die sog. Langfristprognosen kann man ja geteilter Meinung sein. Die einen sagen Unsinn, die anderen versuchen daraus etwas heraus zu lesen. Was hat es mit solchen Langfristprognosen überhaupt auf sich? Grundsätzlich: es sind keine Wettervorhersagen, sondern lediglich Prognosen über die gemittelte Witterung. D.h. es wird für die beiden Hauptparameter Temperatur und Niederschlag ein Monatsmittelwert berechnet und diese mit dem langj. Mittel verglichen. Heraus kommt eine Karte mit sog. Anomalien, also eine Aussage darüber, ob es eher wärmer oder eher kälter, nasser oder trockener wird, als im Vergleichszeitraum des langj. Mittels. Aber selbst diese Reduktion der Vorhersage, geht oft schlichtweg in die "Hose". Trotzdem haben diese Berechnungen ihren Sinn. Denn die anschließenden Analysen, was warum anders gekommen ist, tragen langfristig zur Verbesserung dieser Vorhersageart bei.
Das europäische ECMWF sieht den Juli bei uns eher durchschnittlich, mit rel. geringen Abweichungen vom langj. Mittel. Das gilt sowohl für die Temperaturen als auch für den Niederschlag. Der äußerste Norden ist sogar etwas zu kalt, der Rest absolut durchschnittlich. Beim Regen sieht es ähnlich aus: der Norden normal bis leicht zu naß, die Mitte eher etwas zu trocken und der Süden zu naß. - Also von einem Hitze- oder Dürresommer keine Spur. (Karte 1 & 2)
Ganz anders das amerikanische NOOA-Modell: ganz D zu warm und extrem trocken -> schon fast Wüstencharakter. Also ein Dürremonat, schlimmer wie wir ihn die letzten beiden Jahre hatten (Karte 3 & 4). Vor 10 Tage hatte auch NOOA den Juli noch viel entspannter gerechnet. Sämtliche medialen Horrormeldungen lassen sich so wunderbar einordnen: sie wissen es auch alle nicht!!!!
Schaut man sich allerdings mal die 16-Tagetrends von GFS, GEM und auch ECMWF an, so liegen diese 3 Modelle allesamt nicht soweit auseinander: bislang wird seit Tagen bei allen drei Modellen eine eher kühl/wechselhafte und mal eine warm/gewittrige Wetterphase berechnet. Vergleicht man das jetzt mit den beiden Langfristprognosen, so scheint sich die Waage doch eher zum Wechselhaften, mit Schauern und Gewittern durchsetzter Wetterphase zu neigen. Zumindest erscheint jetzt ein Dürre-Juli, von dieser Extremität wie von NOOA berechnet, sehr unwahrscheinlich.

für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken

01.07.2020 Rückblick: ein ganz normaler Juni
Bezogen auf das langj. Mittel von 1961-1990 war der Juni 2020 in Norddeutschland ca. 2,0° C zu warm, mit 90-110 % des normalen Niederschlags auch im grünen Bereich - und die Sonnenstunden lagen ganz ähnlich. Also ein ganz normaler Juni, wenn man von der Mitteltemperatur mal absieht. Dabei gibt es allerdings regionale Unterschiede: so war es im östlichen Vorpommern wieder mal zu trocken, während andere Regionen deutlich zu nass waren. Im sog. Flächenmittel war es jedoch ausgeglichen, Mecklenburg kommt da auf 103 %, Niedersachsen auf 89 %. Die Abweichung der Mitteltemperatur fiel dagegen fast überall ziemlich gleich aus.
Nimmt man allerdings das ab nächsten Jahr geltende Klimamittel von 1991-2020, so wäre dieser Monat in einigen Regionen schon fast zu kalt gewesen. Wie man der Bevölkerung, die sich mit solchen "Feinheiten" eher selten beschäftigt, zukünftig den Klimawandel und eine Erwärmung vermitteln will, wenn man vorrechnet, daß das Jahr zwar im langj. Mittel 0,5° zu kalt, aber im Grunde dennoch zu warm war, ist mir schleierhaft.

für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken für Anzeige Vollbild klicken

Markierungen
1= Verden/Aller
2= Lüneburger Heide
3= SO-Mecklenburg / Woldegk
4= Wolfenbüttel
5= Mainburg/Bay.
6= Mühlhausen/Thür.
H= Hochdruck
T= Tiefdruck
globale Vorhersagemodelle:
GFS (USA); GEM (Canada); ECMWF (EU); ICON (DWD); ARPEGE (Meteo France); HIRLAM (NL);
lokale Vorhersagemodelle:
COSMO (DWD-lokal); AROME (EU); WRF und HIRLAM (freie lokale/regionale Vorhersageprogramme)
GFS-Ensemble 850hPa (1500m):
rote Linie = Temperatur des langj. Mittel
weiße Linie = Mitteltemperatur aller Modelläufe
grüne Linie = Hauptlauf
  Wetterblog 16-30. Juni     Wetterblog 1.-15. Juni     Wetterblog 16.-31. Mai     Wetterblog 1.-15. Mai     Pressebericht Nordkurier  
Matthias Krücke, www.woldegk-wetter.de
Impressum & Datenschutz
gratis-besucherzaehler